Im Rahmen des Deutschen Partnerschaftsprogramms für biologische Sicherheit und Gesundheitssicherstellung organisierte das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr (InstMikroBioBw) unter der Leitung von Dr. Martin Strehle im März einen Workshop zum Thema „Indirekte Immunfluoreszenz“ in der georgischen Hauptstadt Tiflis. Auf Bitten der Bundeswehr führte EUROIMMUN den praktischen Teil des Workshops durch und schulte die Teilnehmer aus der Kaukasus-Region im Umgang mit verschiedenen Immunfluoreszenz-Testsystemen (IFT) und den Mikroskopen.

Das Programm des Auswärtigen Amtes unterstützt seit 2013 Partnerländer in Osteuropa, Nordafrika, Zentralasien, Südamerika und im Mittleren Osten bei der Ausbildung in medizinischen, wissenschaftlichen und öffentlichen Einrichtungen des Gesundheitssystems. Das InstMikroBioBw ist dafür in Tansania, Kasachstan und Georgien aktiv. Das Ziel ist eine verbesserte Prävention vor biologischen Gefahren, wie sie zum Bespiel durch den Missbrauch infektiöser oder giftiger Substanzen sowie Ausbrüchen und Verbreitung hoch pathogener Krankheiten entstehen. In gezielten Projekten werden in den Ländern die Kapazitäten zur frühzeitigen Erkennung und Identifizierung von gefährlichen Krankheitserregern ausgebaut und das Bewusstsein für biologische Sicherheitsrisiken geschärft. Eines der Hauptfelder des Projektes ist die Diagnostik ansteckender und/oder bedrohlicher Erkrankungen, die auch die entsprechenden Methoden umfasst, etwa die Indirekte Immunfluoreszenz. Mit ihrer Hilfe kann eine Blutprobe auf spezifische Hinweise für eine Infektion untersucht werden.

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Teilnehmer und Gäste des Workshops.

An dem Workshop in Tiflis nahmen im Sinne eines „Train the Trainer“-Konzepts Vertreter wissenschaftlicher Institute und Zentren aus Georgien, Armenien und Aserbaidschan teil. In Zukunft sollen sie selbst für die Ausbildung weiterer wissenschaftlicher Mitarbeiter zuständig sein. Weitere Gäste waren Prof. Dr. Lothar Zöller, Direktor des InstMikroBioBw, Monika Lenhard von der Deutschen Botschaft in Georgien und Militärattaché Berhard Ludwig Hopp.

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Dr. Erik Lattwein erklärt das BIOCHIP-TITERPLANE-Prinzip.

Den Schwerpunkt der EUROIMMUN-Schulung stellte die IFT-Diagnostik verschiedener tropischer Infektionskrankheiten dar, die als „emerging infectious diseases“ bezeichnet werden. Zunächst konnten sich die Teilnehmer mit den gängigen Bestandteilen eines EUROIMMUN IFT-Testsatzes und der Inkubationstechnik (TITERPLANE™) der BIOCHIPs auf den Mikroskopie-Objektträgern vertraut machen.

Anschließend wurden sie in die Handhabung der Fluoreszenzmikroskope eingeführt. „Viele der Teilnehmer waren Immunfluoreszenz-Anfänger, die erst einmal mit den Mikroskopen zurechtkommen mussten. Einige sprachen auch nur Russisch, was es zusätzlich erschwerte die Geräte und ihre Bedienung zu erklären. Doch sie lernten sehr schnell und mit gegenseitiger Hilfe beim Übersetzen wurden auch die Sprachprobleme überwunden“, berichtet Dr. Erik Lattwein, der die EUROIMMUN-Schulung zusammen mit seiner Kollegin Sabine Lederer durchführte. Anhand vorbereiteter Demonstrations-Objektträger lernten die Teilnehmer schließlich, verschiedene Fluoreszenzmuster am Mikroskop auszuwerten und zu beurteilen. Fiktive Patienten wurden so auf Infektionen mit MERS-Coronaviren, Krim-Kongo-Fieber-Viren, Hanta- und Flaviviren, Chikungunya-Viren und Sandfliegen-Fieber-Viren untersucht.

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Auch die Bundeswehr berichtet von dem gelungenen Workshop. So stehen Dr. Martin Strehle und Dr. Erik Lattwein weiterhin in Kontakt, um die zukünftige Entwicklung des deutsch-georgischen Programms und den Erfolg des Workshops zu beobachten. Erste Studien sind geplant und Anfragen aus Georgien zum Erwerb von Mikroskopen und Testsätzen sind bereits bei EUROIMMUN eingegangen. Sie lassen auch für die Zukunft auf eine vielversprechende Zusammenarbeit in dem Projekt hoffen.