Die Infektionsserologie von EUROIMMUN umfasst nicht nur die Diagnostik bakterieller und viraler Infektionskrankheiten sondern auch solcher, die durch Parasiten verursacht werden.

Beispiel dafür sind die zystische und die alveoläre Echinokokkose, die durch Ansteckung mit Bandwurmlarven der Gattung Echinococcus (E. granulosus und E. multilocularis) ausgelöst werden können. Die Larvenstadien befallen insbesondere die Leber und bilden dort charakteristische, mit Flüssigkeit gefüllte Zysten, die das umliegende Gewebe verdrängen (zystische Echinokokkose) oder in dieses hineinwuchern (alveoläre Echinokokkose).

Echinokokkosen werden auf Grundlage der Symptomatik und bildgebender Methoden diagnostiziert. Eine Bestätigung der Diagnose ist durch serologische Tests zum Nachweis der Antikörper möglich, die der Patient im Fall einer Infektion gegen den Parasiten bildet.

Im neuen Anti-Echinococcus-ELISA (IgG) kommt native, hoch-aufgereinigte Vesikelflüssigkeit des E. multilocularis (EmVF) als Substrat zum Einsatz. Diese enthält eine Vielzahl natürlicher, parasitärer Antigene, gegen die sich die Immunreaktion des Wirtes richten kann. In Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Bruno Gottstein, Leiter des Instituts für Parasitologie an der Universität Bern, werden die Vesikel des E. multilocularis in Reinkultur vermehrt und dadurch in nahezu konstanter Zusammensetzung und in großen Mengen gewonnen. Der ELISA wurde als Suchtest entwickelt und eignet sich nicht nur für den Nachweis von Antikörpern gegen E. multilocularis, sondern auch gegen E. granulosus. Eine Validierungsstudie des ELISA anhand von 100 vorcharakterisierten Proben (50 Echinokokkose-Patientenproben und 50 negative Patientenproben) des „Nationalen Zentrums für infektiöse und parasitäre Krankheiten“ in Sofia, Bulgarien, ergab eine Sensitivität von 96% bei einer Spezifität von ebenfalls 96% für den Nachweis einer Echinokokkose. In Ringversuchen zur externen Qualitätssicherung erzielte der Test eine 100%ige Übereinstimmung mit den Vorgaben. Ein positives Ergebnis im Suchtest kann mit einem Westernblot bestätigt und über einen Linienblot spezifiziert werden.

Denn eine Unterscheidung zwischen zystischer und alveolärer Echinokokkose ist aufgrund unterschiedlicher Verläufe und Behandlungsansätze in der weiteren Diagnostik unabdingbar und wird oft durch bildgebende Verfahren erreicht. Die zunehmend überlappende geografische Verbreitung der beiden Parasiten erhöht aber auch die Nachfrage nach serologischer Diagnostik und Speziesdifferenzierung. Zur serologischen Differentialdiagnostik eignet sich besonders der Immunblot Anti-Echinococcus EUROLINE-Westernblot (IgG) – eine Kombination aus elektrophoretisch aufgetrennten, nativen Antigenen der EmVF und einzelnen, in Linien aufgetragenen rekombinanten Antigenen, die spezifisch für E. multilocularis (Em18, Em95) bzw. E. granulosus (EgAgB) sind. In einer Validierungsstudie mit über 100 vorcharakterisierten Proben erreichte der EUROLINE-WB eine Differenzierungsrate von >80%.