Matthias L. erzählt von seiner Arbeit als Qualitätsmanager bei EUROIMMUN.

Bitte stell Dich kurz vor und erzähl uns, wie Du zu EUROIMMUN gekommen bist!

Ich bin Matthias und arbeite seit über zwei Jahren bei EUROIMMUN im Qualitätsmanagement. Zuvor habe ich für ein anderes Unternehmen in diesem Bereich gearbeitet. Da mein Vertrag befristet war, habe ich Stellenbörsen wie z. B. Jobvector im Auge behalten und so auch die Stellenausschreibung von EUROIMMUN gefunden und mich beworben.

Wie ging es weiter?

Ich habe dann relativ schnell eine Einladung zum Vorstellungsgespräch bekommen. Dabei hatte ich ein sehr gutes Gefühl, nicht nur was den Inhalt der Stelle angeht, sondern auch der Umgang mit mir als Bewerber war positiv. Als dann das Angebot von EUROIMMUN kam, habe ich mit der Entscheidung nicht lange gezögert.

Was sind typische Aufgaben im Qualitätsmanagement bei EUROIMMUN?

Eine wesentliche Aufgabe ist die Erstellung und Pflege von Dokumenten. Dazu gehören z. B. Verfahrensanweisungen, die typische Abläufe von Prozessen vorgeben, Prüfanweisungen für unsere Produkte, Zuständigkeitsregelungen, etc. Das klingt für manche sicherlich langweiliger, als es eigentlich ist – oder zumindest sein kann! Da es so viele unterschiedliche Prozesse und Dokumente sind und man immer wieder mit anderen Kollegen zu tun hat, ist es sehr abwechslungsreich.

Des Weiteren führen wir interne Audits durch. Das heißt, wir überprüfen nach einem konkreten Plan unsere Fachabteilungen, z. B. ob die definierten Arbeitsabläufe oder Hygienevorschriften eingehalten werden. Wobei das Wort überprüfen stark nach Kontrolle klingt. Es ist eher ein gemeinschaftliches Suchen nach Verbesserungsmöglichkeiten.

Ein weiterer Aufgabenschwerpunkt ist die Zulassung unserer Produkte im Ausland, was in den Bereich Regulatory Affairs fällt, also das Zulassungswesen. Viele Daten, auf die wir im Rahmen des QM Zugriff haben, benötigen wir für Zulassungen bei verschiedenen Behörden auf der ganzen Welt. Wir arbeiten hier auch eng mit unseren Kollegen der jeweiligen Niederlassung bzw. den Distributoren zusammen. Gemeinsam klären wir Fragen: Welche Produkte sind für den Markt vorgesehen? Wie bekommen wir die Produkte in den Markt? Welche Informationen braucht die jeweilige Behörde, um das Produkt besser beurteilen zu können? Das ist je nach Land sehr unterschiedlich.

Was ist, wenn ein Produkt einmal zugelassen wurde?

In der Regel kommen keine Nachfragen mehr, wenn das Produkt einmal zugelassen wurde. Aber unsere Verpflichtung als Hersteller hört da natürlich noch nicht auf. Im Rahmen von Produktänderungen müssen wir nachhalten, ob das Produkt noch die ursprünglichen Zulassungsvoraussetzungen erfüllt.

Müssen Produkte auch manchmal angepasst werden, damit sie auf einem bestimmten Markt zugelassen werden?

Das ist witzig, dass Du das fragst. Ich komme gerade aus einem Meeting, in dem es genau darum ging.

Das ist länderabhängig – manche sind kritischer als andere. Bevor wir ein Produkt ändern, versuchen wir in einem gemeinsamen Gespräch mit der Behörde zu klären, ob die Anpassungen tatsächlich notwendig sind.

Wo siehst Du besondere Herausforderungen?

Die Zulassungsverfahren werden immer komplexer und zeitaufwendiger. Nicht nur jede Behörde, sondern auch jeder Prüfer ist anders. Darauf muss man sich einstellen. Es gibt zwar für jedes Land ein gewisses Schema, z. B. welche Informationen für die Zulassung grundsätzlich benötigt werden, der weitere Prozess kann dann aber sehr individuell ablaufen.

Welche Voraussetzungen sollte man mitbringen?

Das Wichtigste ist meiner Meinung nach, dass man Spaß daran hat, mit anderen zu kommunizieren und sich dabei auf sein Gegenüber einzulassen. Außerdem sollte man die Fähigkeit besitzen, sich selbst zu hinterfragen, z. B. Drücke ich mich verständlich aus? Ist es klar, was ich hier fordere? Ist es realistisch, was ich hier fordere? Erfüllt es den Zweck? Sonst führt das zu Missverständnissen und zieht den Prozess unnötig in die Länge.

Außerdem sollte man sehr genau arbeiten, auch wenn es mal stressig ist und viel zu tun gibt. Genauigkeit ist das A und O im Qualitätsmanagement.

Generell muss man flexibel sein. Oft weiß man morgens noch nicht, wie genau der Arbeitstag aussehen wird. Das hängt immer davon ab, welche E-Mails im Posteingang sind und was sonst für Fragen auftauchen. Es gibt vielleicht Tendenzen aber kein klares Schema.

Und was muss man gelernt haben, um im Qualitätsmanagement zu arbeiten?

Aus meiner Sicht, kann man das gar nicht so eindeutig beantworten. Das kann zum Beispiel jemand mit einem naturwissenschaftlichem Studium bzw. einer Ausbildung in diesem Bereich sein oder jemand mit besonderen Sprachkenntnissen. Erfahrung im Qualitätsmanagement ist natürlich von Vorteil. Am wichtigsten sind aber Eigenschaften wie Aufgeschlossenheit und analytisches Denken als Grundvoraussetzungen für eine solche Tätigkeit. Ich habe viele Bekannte, die auch im QM anderer Firmen sind. Da gibt es welche mit Ausbildung, die ihr Handwerk absolut verstehen. Andere tun sich trotz Diplom, Master oder Promotion sehr schwer. Die richtige Herangehensweise, Erfahrung und das passende Umfeld machen den Unterschied.

Was hast Du studiert und wie bist Du zum Qualitätsmanagement gekommen?

Ich habe einen Master in Biologie. Nach dem Studium habe ich eine Fortbildung im Qualitätsmanagement für Wissenschaftler gemacht. Ich habe diesen Weg bewusst gewählt und bin dafür sogar umgezogen. Am Ende war mein Fazit: alles richtig gemacht!

Was macht Dir an Deiner Arbeit besonders Spaß?

Die Arbeit im Qualitätsmanagement ist viel spannender, als es häufig dargestellt wird – ein völlig unterschätzter Bereich. Am meisten Spaß macht es mir, wenn ich eine Fragestellung vor mir habe, bei der ich erstmal gar nicht weiß, worauf es hinausläuft oder wo ich anfangen soll. Mich dann mit dem Thema kritisch auseinanderzusetzen und zu merken, dass ich das Problem geknackt habe, reizt mich total.

Und was macht Dir nicht so viel Spaß?

Da gibt es eigentlich nichts Konkretes. Solange man in einer Aufgabe den Sinn erkennt, macht fast alles Spaß.

Weniger schön ist manchmal, wenn man eine andere Sichtweise oder eine innovative Idee hat, dann jedoch erkennen muss, dass sie sich nur schwierig umsetzen lässt, z. B. weil es andere Prioritäten gibt. Da geduldig zu bleiben kann schon eine Herausforderung sein. Aber ich sehe das ganz pragmatisch: wir ziehen alle am selben Strang.

Was gefällt Dir an EUROIMMUN als Arbeitgeber?

Die Firma ist flexibel und kombiniert an manchen Stellen fest verankerte Strukturen mit sehr innovativen Ansätzen. Das ist in mancherlei Hinsicht schon genial, weil es maßgeschneidert ist. Die flachen Hierarchien haben den Vorteil, dass Entscheidungen schnell und einfach getroffen werden können. Es ist schon toll, wenn man jederzeit zu Vorgesetzten gehen und ganz unkompliziert sagen kann „Du sag mal, …“

Es steckt in allem viel Herzblut und das ist ein schönes gemeinschaftliches Gefühl. Aus meiner Sicht bleibt es aber trotzdem insgesamt sehr professionell.

Gibt es sonst noch etwas, das Dir hier gut gefällt?

Hier arbeiten sehr viele nette Menschen und ich habe einige Freunde hier in der Firma gefunden. Das ist vielleicht auch ein Vorteil, wenn man im Qualitätsmanagement arbeitet. Man lernt Leute aus den unterschiedlichsten Bereichen kennen.

QMler sein ist ein bisschen wie ein Techniker bei Konzerten: hinter der Bühne unterstützt man die verschiedensten Parteien für einen möglichst reibungslosen Ablauf. Dabei knüpft man sehr viele Kontakte und trinkt mit einigen davon auch mal ein Bier nach erfolgreicher Arbeit. Als ich neu in Lübeck war, haben mir die vielen Freizeitangebote der Firma geholfen, auch außerhalb des QM Kontakte zu knüpfen. Und das Firmenweite „du“ macht das Ganze noch einfacher. Das ist schon etwas sehr Besonderes.