Eine Runde Joggen am Morgen, um das Gehirn in Schwung zu bringen! Das ist der erste Programm-Punkt des Workshops zu neurodegenerativen Erkrankungen, den Dr. Britta Brix für Kollegen aus den internationalen Niederlassungen der EUROIMMUN organisiert hat. Das Unternehmen hat mittlerweile eine Vielzahl an Testsystemen im Portfolio, um Biomarker für neurodegenerative Krankheiten, insbesondere Alzheimer, zu bestimmen. Welche neuen Tests zur Verfügung stehen, wozu sie eingesetzt werden können und wie diese gehandhabt werden – hier wurden die 16 Teilnehmer selber im Labor aktiv – erfuhren die Kollegen im Laufe der zweitägigen Schulung von der Produkt-Spezialistin.

So spiegeln die Konzentrationen löslicher Beta-Amyloid-Peptide und Tau-Proteine im Liquor das Ausmaß neuropathologischer Veränderungen im Gehirn von Alzheimer-Patienten wieder. Ein besonders verlässliches Maß für die Alzheimer-charakteristischen Amyloid-Plaques ist das Verhältnis der Amyloid-β 1-42- und Amyloid-β 1-40-Konzentrationen, das die individuelle Amyloid-Produktion des Patienten berücksichtigt. Messungen des Gesamt-Tau-Proteins  (T-Tau) geben Hinweise auf eine unspezifische Schädigung der Nervenzellen. Für die Bestimmung der Proteinkonzentrationen stehen Capture-ELISA zur Verfügung, die von EUROIMMUN in Zusammenarbeit mit ADx Neuroscience entwickelt wurden. Neu auf den Markt gekommen ist der ELISA zur Konzentrationsbestimmung des phosphorylierten Tau-Proteins (P-Tau) im Liquor. Im Gegensatz zum T-Tau ist P-Tau ein spezifischer Indikator für die neurofibrillären Bündel in den Nervenzellen der Patienten. Drüber hinaus stehen Testsysteme zum quantitativen Nachweis der neuen Marker BACE1 und Neurogranin kurz vor der Zulassung. Sie zeigen möglicherweise eine Schädigung der synaptischen Integrität und damit der kognitiven Leistungsfähigkeit an. Ergänzt wird die Liquor-Diagnostik durch den molekulargenetischen Microarray EUROArray APOE Direct zur Bestimmung der APOE-Allele ε2, ε3 und ε4. Diese dient der Differentialdiagnostik und Früherkennung der sporadisch späten Form der Alzheimer-Krankheit, die in der Regel nicht vor dem 65. Lebensjahr ausbricht und etwa 95% der Fälle ausmacht. Vor allem Träger des APOE-Allels ε4 haben ein erhöhtes Risiko an dieser Alzheimer-Form zu erkranken. Das ε2-Allel tritt bei Alzheimer-Patienten hingegen deutlich seltener auf als in der Normalbevölkerung.

Abgerundet wurde der Workshop mit einer Besprechung der Laborergebnisse und einem Überblick über die Möglichkeiten der Testautomatisierung. In der abschließenden Diskussion zeigten sich die Kollegen sehr zufrieden mit dem Workshop und motiviert, die Tests in das Produktangebot ihrer eigenen Niederlassungen aufzunehmen.