Zuverlässige Leistung serologischer Tests für die Zöliakiediagnostik in Tunesien

Serologische Tests für den Nachweis Zöliakie-spezifischer Antikörper zeigten in einer tunesischen Kohorte eine außergewöhnlich hohe Sensitivität und Spezifität, was ihren diagnostischen Nutzen unterstreicht. Die kürzlich veröffentlichten Ergebnisse stammen aus einer gemeinsamen Studie von Euroimmun und verschiedenen Laboren in Tunesien.

Untersuchung einer einzigartigen Population

Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung, die bei genetisch prädisponierten Personen durch die Aufnahme von Gluten ausgelöst wird. Sie verursacht Entzündungen und Schäden an der Schleimhaut des Dünndarms, was zu einer Malabsorption von Nährstoffen und einer Reihe von gastrointestinalen und extraintestinalen Symptomen führt. In Tunesien stützt sich die Diagnostik von Zöliakie häufig auf eine Dünndarmbiopsie, die invasiv und für die Patienten belastend ist. Serologische Tests hingegen könnten als wirksame, nicht-invasive Suchtests dienen und damit die Notwendigkeit von Biopsien verringern.

Die tunesische Bevölkerung zeichnet sich durch eine bemerkenswerte genetische Heterogenität aus, die ihre Migrationsgeschichte unter anderem aus Europa, Subsahara-Afrika und Asien widerspiegelt. Diese genetische Vielfalt macht sie zu einer wertvollen Population für Untersuchungen von Gesundheitszuständen und Beurteilungen von Diagnosetechniken. In der vorliegenden Studie wurde bewertet, wie verschiedene serologische Tests in diesem einzigartigen demografischen Kontext abschneiden.

Konsistente Ergebnisse aller Testsysteme

Die Studie verglich die Leistungsfähigkeit von indirekten Immunfluoreszenztests (IIFT, IFA), ELISA und Immunblots beim Nachweis diagnostisch relevanter Antikörper in Serumproben von 80 Zöliakiepatienten und 158 geeigneten Kontrollpersonen.

Beim IIFT mit den Substraten Primatenleber (Euroimmun) und Nabelschnur (hausintern) wurden alle Zöliakiepatienten und keine der Kontrollpersonen positiv für Anti-Endomysium-IgA-Autoantikörper getestet, was die hohe Sensitivität und Spezifität dieser Methode belegt. Ebenso waren alle Zöliakiepatienten und keine der Kontrollpersonen positiv im Anti-Transglutaminase (tTG)-IgA-ELISA. Die Testung auf IgA- und IgG-Antikörper gegen deamidierte Gliadinpeptide (DGP) mittels Euroimmun-ELISAs auf Basis des Designer-Antigens GAF-3X zeigte ebenfalls eine Sensitivität von 100 % und eine Spezifität von 100 %.

Darüber hinaus wurden EUROLINE-Immunblots (Euroimmun) verwendet, um gleichzeitig mehrere Antikörperspezifitäten zu untersuchen, die mit gastrointestinalen Erkrankungen in Verbindung stehen. In der Zöliakie-Kohorte lagen die Positivitätsraten für wichtige Zöliakie-spezifische Antikörper bei 99 % für tTG IgA, 94 % für GAF-3X IgA und 85 % für GAF-3X IgG. Bemerkenswert ist, dass ein Teil der Patienten auch Antikörper gegen Saccharomyces cerevisiae (IgA 31 %; IgG 43 %) aufwies, während bei den Kontrollen nur eine minimale Reaktivität beobachtet wurde. Antikörper gegen Parietalzellen (IgG, 25 %) waren ebenfalls bei einer Untergruppe von Zöliakiepatienten vorhanden. Dies könnte möglicherweise auf weitere parallel bestehende Autoimmunerkrankungen hinweisen, die eine gezielte Nachuntersuchung rechtfertigen könnten.

Ausblick für die klinische Praxis

Insgesamt zeigt die Studie eine zuverlässige und konsistente Leistung der spezifischen serologischen Tests für die Zöliakiediagnostik in der tunesischen Kohorte, mit einer hohen Übereinstimmung zwischen den Parametern und den verschiedenen Testsystemen. Diese Tests könnten eine entscheidende Rolle bei der Diagnostik von Zöliakie in dieser Population spielen und die Notwendigkeit invasiver Biopsien verringern. Die Ergebnisse entsprechen der zunehmenden Evidenzlage, die eine nicht-invasive Diagnostik der Zöliakie unterstützt.

Lesen Sie die vollständige Studie in Frontiers in Gastroenterology:

Ghozzi et al. Prevalence of celiac disease in a Tunisian cohort. Frontiers in Gastroenterology. 2025 Vol 4. doi: 10.3389/fgstr.2025.1619533

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