Eine kürzlich veröffentlichte internationale Studie hat die hohe Sensitivität des Euroimmun Dermal Binder Mosaic 1 beim Nachweis von Antikörpern gegen Laminin β4, Laminin 332 und Kollagen Typ VII gezeigt. Die prospektive multizentrische Studie stellt den jüngsten Meilenstein in einer langjährigen Forschungskooperation zwischen Euroimmun und der Universität Lübeck dar.
Erkenntnisse über Anti-Laminin-β4-Autoantikörper
Autoantikörper gegen Laminin β4 haben sich kürzlich als wichtiger Marker für Anti-p200-Pemphigoid herausgestellt, eine Form der autoimmunen bullösen Dermatosen (AIBD), die vermutlich deutlich unterdiagnostiziert ist. Im indirekten Immunfluoreszenztest (IIFT) mit durch Salzlösung separierter Haut – dem Standardsubstrat für die Analyse von Autoantikörpern bei AIBD – binden Anti-Laminin-β4-Antikörper an die dermale Seite des künstlichen Spalts. Dieses charakteristische Muster, das den „Boden“ der Spalthaut färbt, steht dem Muster gegenüber, das das „Dach“ des Substrats färbt und durch an die epidermale Seite bindende Autoantikörper erzeugt wird.
Mit herkömmlichen IIFTs, die NaCl-Spalthaut als Substrat verwenden, kann jedoch nicht zwischen Anti-Laminin-β4- und anderen Antikörpern unterschieden werden, die ebenso an der dermalen Seite binden, wie z. B. solche gegen Kollagen Typ VII oder Laminin 332. Diese finden sich typischerweise bei der Epidermolysis bullosa acquisita (EBA) bzw. bei einer Untergruppe des Schleimhautpemphigoids (Anti-Laminin-332-Schleimhautpemphigoid).
Das Dermal Binder Mosaic 1
Das Dermal Binder Mosaic 1 von Euroimmun (nur für Forschungszwecke) ermöglicht eine zuverlässige Unterscheidung dieser drei dermalseitig bindenden Autoantikörper. Der Assay besteht aus BIOCHIPs mit HEK293-Zellen, die jedes Zielantigen – Laminin β4, Laminin 332 und Kollagen Typ VII – neben Kontrollzellen exprimieren. Durch die gleichzeitige Inkubation aller vier Substrate ermöglicht der Test einen effizienten Multiparameter-Nachweis und eine klare Unterscheidung dieser Autoantikörper.
Erkenntnisse aus der multizentrischen Studie
Die neue Studie bewertete das Mosaik anhand aufeinanderfolgender Serumproben von 41 AIBD-Patienten, die eine dermale IgG-Bindung auf NaCl-Spalthaut aufwiesen. Die Patienten wurden aus 19 Zentren in 14 Ländern rekrutiert. Alle 41 Seren reagierten mit mindestens einem der drei BIOCHIP-Zielantigene: 27 mit Laminin β4, zwei mit Laminin 332 und 15 mit Kollagen Typ VII. In Kontrollseren von Patienten mit Pemphigus vulgaris (n = 50) oder gesunden Blutspendern (n = 50) wurde keine Reaktivität festgestellt.
Unter einem Kontrollpanel von 50 Seren, die eine epidermale IgG-Bindung an NaCl-Spalthaut zeigten, reagierten drei auch mit Laminin-β4-exprimierenden Zellen. Bei einer erneuten Untersuchung zeigten diese Proben zusätzlich zum epidermalen Muster eine schwache dermale Färbung des Spalthaut-Substrats, was auf eine doppelte Reaktivität hindeutet. Im Immunoblot reagierten sie auch mit rekombinantem Laminin β4 aus menschlichem Hautextrakt. Die Daten unterstreichen die hohe Sensitivität dieses IIFT mit rekombinanten Zellen.
Schlussfolgerungen
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass das Dermal Binder Mosaic 1 ein wertvolles und nützliches Instrument für den parallelen Nachweis von Autoantikörpern gegen Laminin β4, Laminin 332 und Kollagen Typ VII ist. Darüber hinaus unterstreicht die hohe Prävalenz der Laminin-β4-Reaktivität, dass Anti-p200-Pemphigoid eine unzureichend erkannte Pemphigoid-Erkrankung ist.
Lesen Sie die vollständige Studie im British Journal of Dermatology:
Patzelt S et al. Standardized Indirect Immunofluorescence-Based Detection of Dermal-Binding Autoantibodies in Pemphigoid Diseases: a prospective international multicentre study. Br J Dermatol. ljaf385 (2025). doi: 10.1093/bjd/ljaf385.
Erfahren Sie mehr über die Entdeckung und Charakterisierung von Anti-Laminin-β4-Autoantikörpern bei Anti-p200-Pemphigoid in unserem vorherigen Artikel.





