Vom Stillstand zum Dauerklingeln.

Bauchkribbeln, Nervosität und Vorfreude: Emotionen, die wohl viele Menschen an ihrem ersten Arbeitstag in einem neuen Unternehmen empfinden. Mich überkamen diese Gefühle allerdings an meinem 267.  Tag bei EUROIMMUN. Der Grund? Ein ungeplanter Abteilungswechsel von einem auf den anderen Tag. Doch alles auf Anfang:

Ich bin seit Juli 2019 im Personalmarketing bei EUROIMMUN tätig. Ursprünglich wurde ich eingestellt, um Karriere-Events wie Jobmessen, Unternehmensbesichtigungen und die Begrüßungsveranstaltungen für unsere neuen Kollegen zu organisieren. Doch dann kam Corona und damit änderte sich mein Arbeitsalltag grundlegend. Die Messen wurden verschoben oder abgesagt und die Veranstaltungsbranche kam zum Stillstand.

Kurz nach der Ausbreitung des Coronavirus in Europa brachte EUROIMMUN im März 2020 den serologischen Test zum Nachweis von Antikörpern gegen das Coronavirus SARS-CoV2 auf den Markt. Damit gingen viele Bestellungen einher, die weit über das normale Maß hinausgingen. Die Produktions- und Lieferkette für Covid-Testsätze stand plötzlich im Fokus und die Nachfrage nach anderen Produkten ging kurzfristig zurück. Während Kollegen aus Abteilungen wie dem Betriebsrestaurant oder Eventteam aufgrund der Pandemie weniger oder gar keine Arbeit mehr hatten, benötigten andere dringend Unterstützung. Aus diesem Grund wurde das EUROIMMUN-Helferprogramm “Kollegen helfen Kollegen” ins Leben gerufen. Über 170 EUROIMMUNer unterstützten in den ersten Monaten der Pandemie in anderen Abteilungen mit einer hohen Arbeitsauslastung. Dazu gehörte auch die Auftragsabwicklung, in der aufgrund unserer auf den Markt gebrachten SARS-CoV-2-Testsysteme in kürzester Zeit eine Vielzahl an Anfragen und Bestellungen einging. So kam es, dass ich schließlich Mitte März einen Anruf erhielt, ob ich vorübergehend in der Auftragsabwicklung unterstützen könnte.

 

 

Neuer Standort. Neue Abteilung. Neues Team.

Bereits am nächsten Arbeitstag stand ich also in einem fremden Büro an dem für mich ungewohnten Standort im Ausbildungspark Lübeck und blickte in unbekannte Gesichter. Ich fühlte mich fast wie an meinem ersten Arbeitstag. Da ich bisher keine Berührungspunkte mit der Abteilung oder den Kollegen hatte, hieß es für mich nun: Raus aus der gerade neu eingerichteten Komfortzone des Personalmarketings und rein ins Unbekannte.

Meine Einarbeitung in der Auftragsabwicklung würde ich liebevoll unter dem Titel „ins kalte Wasser geworfen“ laufen lassen. Normalerweise steht die Abteilung für Sorgfalt, Geduld und Qualität beim Anlernen neuer Kollegen. Allerdings hat Corona auch hier für Unruhe gesorgt und die hohe Arbeitsbelastung brachte einiges durcheinander. Zwischen den durchgehend klingelnden Telefonen und dem wachsenden Berg an Kundenanfragen, brachte es einige Herausforderungen mit sich, die neuen Aufgaben kennenzulernen. Doch mit viel Charme und Geduld seitens der Kollegen konnte ich das gut meistern.

Also, wie darf ich hier unterstützen? Ich lernte zuallererst den Umgang mit dem internen ERP-System kennen und bekam gezeigt, wie ich Kundenbestellungen erfasse. Doch schon an meinem zweiten oder dritten Tag gerieten wir in die Situation, dass alle telefonierten und es nicht aufhörte zu klingeln. Nun gut, dachte ich – kommunizieren kannst Du ja. Also schnappte ich mir das Telefon.

 

„EUROIMMUN – Katharina Hanck mein Name, einen schönen guten Morgen!“

Mit einem Lächeln das Telefonat annehmen – diesen eigenen Ratschlag befolgte ich gern, denn aus meiner Zeit in der Veranstaltungsbranche kannte ich den Kundenkontakt nur zu gut. Ich entwickelte Spaß an der neuen Aufgabe und fühlte mich in dem neuen Team sehr schnell wohl.

In den folgenden Wochen wurden mir nach und nach weitere Aufgaben der Abteilung erklärt. Beispielsweise, wie man Verkaufsbeschränkungen einrichtet, Auftragsvorlagen bearbeitet, Gerätelieferscheine und Gutschriften erstellt oder Reklamationen einstellt und im Anschluss die Abholung beim Kunden veranlasst. Besonderheiten wurden mir unter anderem anhand von Anekdoten oder humorvollen Eselsbrücken der Kollegen beigebracht. Doch auch einige Kunden haben für schöne Gespräche und humorvolle Augenblicke gesorgt.

Obwohl ich offiziell für das Personalmarketing arbeite, wurde ich schnell und vor allem herzlich in das Team der Auftragsabwicklung aufgenommen. Bereits nach kurzer Zeit der intensiven Zusammenarbeit wurde mir ein Projekt anvertraut, das den Abverkauf von Produkten mit Sonderstatus betraf.

Am 10. Juli endete meine Aushilfszeit in der Auftragsabwicklung vorerst, begleitet von lieben Worten und Geschenken, die deutlich zeigten, wie gut mich meine „neuen“ Kollegen innerhalb der 3,5 Monate kennengelernt haben. Und obwohl das intensive Kapitel meiner Aushilfszeit mittlerweile abgeschlossen ist, habe ich immer noch häufig Kontakt zu den Kollegen dort – sowohl beruflich als auch privat.

 

»Das Leben gehört dem Lebendigen an, und wer lebt, muss auf Wechsel gefasst sein.« – Johann Wolfgang von Goethe

Schon im Veranstaltungsmanagement lernte ich flexibel und gelassen mit unerwarteten Situationen umzugehen. Doch ich hätte nicht damit gerechnet, bereits nach einem dreiviertel Jahr bei EUROIMMUN einen kurzfristigen Abteilungswechsel vorzunehmen und anschließend eine Zeitlang für zwei verschiedene Abteilungen gleichzeitig zu arbeiten. Ich bin sehr dankbar für diese Erfahrungen und hätte meine Karriere bei EUROIMMUN nicht anders beginnen wollen. Ich habe viele großartige Kollegen kennengelernt und dadurch neue Freundschaften geschlossen. Dass ich dem herzlichen und humorvollen Team der Auftragsabwicklung zugeteilt wurde, war für mich wie ein kleiner Hauptgewinn im Helferprogramm! ;-)

Mittlerweile bin ich seit einigen Monaten vollständig zurück im Personalmarketing und widme mich Projekten wie dem Zielgruppenmarketing oder der internen Kommunikation. Ich bin gespannt, welche Überraschungen EUROIMMUN noch für mich bereithält.