Beim Lübecker HanseHack am 06. und 07. September 2018 drehte sich alles um das Thema „Lübeck vernetzen”. Die Grundlage für den Weg zur „Smart City” bildete ein sogenanntes LoRaWAN (Long Range Wide Area Network), das die TraveKom stadtweit gespannt hatte. Damit lassen sich Sensordaten über große Reichweiten empfangen und wertvolle Informationen sammeln. Doch welche Daten sind wichtig? Und wie kann man sie nutzen, um die Lebensqualität in Lübeck zu verbessern? Dieser Aufgabe widmeten sich die Teilnehmer des Hackathons und stellten innerhalb von 48 Stunden innovative Konzeptvorschläge zusammen.

EUROIMMUN steht nicht nur für Innovation und Technik, sondern ist auch einer der größten Arbeitgeber in der Region Lübeck. Da war es Ehrensache, ein Expertenteam ins Rennen zu schicken. Dr. Peter Rothenpieler, Maick Danckwardt, Fabian Zoske und Christopher Görg stellten sich der Herausforderung und konnten die Jury überzeugen: Platz zwei für ihre geniale Projektidee „Hack-a-Ton(ne)”!

Erzählt mal: Was genau beinhaltet euer Konzept?
„Wir haben uns viele Gedanken gemacht, wo man Sensoren platzieren könnte, die der Stadt Lübeck nützliche Daten liefern. Die passende Idee kam uns beim gemeinsamen Drachenboot-Training mit der EUROIMMUN-Mannschaft: Wasser! Mithilfe der Sensoren kann man zum Beispiel Temperatur, Salzgehalt, Trübung, Wasserpegel oder Wellenschlag messen. Die empfangenen Signale bilden entsprechende Muster ab, sodass man Veränderungen direkt erkennen, analysieren und darauf reagieren kann. Um die Daten realitätsgetreu zu erfassen, müssen die Sensoren sowohl auf dem Wasser als auch im Ufergebiet an geeigneten Positionen platziert sein. Dabei können feste Empfänger an Brückenpfeilern eingerichtet werden oder mobile Messstationen an Bojen und Seetonnen. Letztere waren der Namensgeber für unser Projekt.“

Klingt in der Theorie schon super! Vor allem der praktische Nutzen für die Stadt Lübeck und ihre Einwohner war für die Entscheidung der Jury ausschlaggebend. Mit welchen Argumenten konntet ihr überzeugen?
„Anhand von Veränderungen der Muster kann man kritische Situationen früh erkennen und Präventionsmaßnahmen einleiten. Hochwasser ist jedes Jahr aufs Neue ein Thema in Lübeck. Besonders die Obertrave ist regelmäßig betroffen. Die Sensoren können hier als Frühwarnsystem dienen und die Anwohner beispielsweise per Push-Mitteilung auf ihr Smartphone rechtzeitig informieren. Ein weiteres Beispiel ist die Blaualgenbildung, die auch in diesem Jahr durch die hohen Temperaturen in Lübecker Gewässern vermehrt aufgetreten ist. Bei entsprechenden Vorwarnungen lassen sich gesundheitliche Folgen vermeiden, die bei Hautkontakt entstehen würden. Die Daten können aber nicht nur die Sicherheit für die Menschen erhöhen, sondern auch erheblich zum Umweltschutz beitragen. Wir müssen die zunehmende Gewässerverschmutzung beobachten und minimieren, damit uns das Wasser noch lange Zeit als ein wertvolles Stück Lebensqualität erhalten bleibt.”

Beim Lübecker HanseHack hatten alle Teams 48 Stunden Zeit, ihre Ideen in die Tat umzusetzen. Wie genau sah es hinter den Kulissen aus?
„Insgesamt hatten sich über 60 Teilnehmer angemeldet und nach Interessenschwerpunkten in zehn Gruppen zusammengefunden. Die ‚Challenger‘ kamen aus verschiedenen Fachrichtungen – hauptsächlich aus der Informatik, aber auch der Elektrotechnik oder dem Marketing. Sogar ein Team aus Polen war extra für das Event angereist. Unsere Truppe wurde durch Florian (Dräger) verstärkt, denn auch er hatte sich mit dem Thema Wasser beschäftigt und sehr guten Input zum Projekt gegeben. Jedes Team bekam Edu-Kits, WLAN, eine aktive Verbindung zum LoRaWAN sowie einen eigenen Raum zur Verfügung gestellt. Hier haben wir am ersten Tag bis in die späten Abendstunden programmiert, die Komponenten verknüpft und an unserer Präsentation gefeilt.

Die Stadtwerke hatten das Event toll organisiert. Essen und Getränke standen uns rund um die Uhr zur Verfügung, sogar Dusch- und Schlafmöglichkeiten waren vorbereitet. Da einige Teilnehmer die Nacht durchgearbeitet hatten, wurde das auch dankend in Anspruch genommen. Am zweiten Tag haben wir unseren Sensor im Uferbereich der Trave montiert und zum Live-Test in die ‚freie Wildbahn‘ entlassen. Der Sensor sammelte mittels Ultraschallmessung Daten zu Wasserpegel und Wellenschlag, die wir zwischenzeitlich abgerufen und aufbereitet haben. Beim Abschluss-Pitch konnten wir damit schon die ersten Messungen präsentieren. Die Abendveranstaltung war ein gelungener Ausklang des Events mit spannenden Erkenntnissen. Von der Ortung öffentlicher Verkehrsmittel bis hin zur Messung von Lärm und Vibrationen durch den Straßenverkehr wurden viele tolle Ideen vorgestellt. Es hat uns sehr viel Spaß gemacht, und wir sind gespannt, welche der Projekte wir zukünftig in der Stadt wiederfinden werden.”

Wir freuen uns sehr, dass wir den HanseHack 2018 und die digitale Entwicklung Lübecks mit geballtem Know-how aus unseren Reihen unterstützen konnten.

Tolle Leistung, Jungs! Wir sind stolz auf euch und sagen herzlichen Glückwunsch zu diesem großartigen Ergebnis!

Finden Sie hier weitere Impressionen:
zum HanseHack 2018: https://youtu.be/V4dYRmezhzs,
zur Abendveranstaltung und Preisverleihung: https://youtu.be/dAnPJ86PG7I.