Sie sind unangenehm: Sie jucken, schuppen, entzünden sich, schmerzen und sehen wirklich nicht schön aus – Haut- und Nagelpilzinfektionen! Und nicht nur die Behandlung kann, wenn sie, wie so oft, über Monate hinweg durchgeführt werden muss, zu einer wahren Geduldsprobe werden. Auch die Diagnostik der Infektion und die Identifizierung des Erregers dauern mit den klassischen Kulturmethoden bis zu 6 Wochen – eine lange Zeit der Ungewissheit für die Patienten.

Rund 20-25% der Bevölkerung weltweit leiden an einer Pilzinfektionen der Haut, Haare oder Nägel, einer sogenannten Dermatomykose, die damit zu den häufigsten Infektionskrankheiten zählt. Um die mit einer Pilzinfektion verbundenen Ärgernisse und lästigen Beschwerden für den Patienten auf ein Mindestmaß zu beschränken und schnellstmöglich eine wirksame Therapie zu beginnen, muss der Arzt aber genau wissen, welcher Erreger genau der Übeltäter ist.

Auslöser der Dermatomykosen sind in den meisten Fällen Dermatophyten, seltener Hefen und Schimmelpilze. Ihrem Hauptwirt bzw. der Infektionsquelle entsprechend unterteilt man die Dermatophyten in anthropophile (menschliche Infektionsquelle), zoophile (tierische Infektionsquelle) und geophile (Erde/Boden als Infektionsquelle) Spezies.

Diagnostik der Hautpilzinfektionen

In der klassischen Labordiagnostik erfolgt der Nachweis des Erregers in der Regel durch Anzucht in einer Kultur und/oder Identifizierung des Pilzes anhand seines Aussehens unter dem Mikroskop. Allerdings erfordert dieses Vorgehen viel Ausdauer und Erfahrung und ist außerdem sehr anfällig für unklare oder falsche Befunde. Vor allem bei Mischinfektionen können langsam wachsende Spezies in der Kultur überwuchert und übersehen werden. Auch eine gleichzeitige bakterielle Infektion der geschädigten Haut, eine Vorbehandlung mit kortikosteroidhaltigen Präparaten oder sekundäre Kontaktallergien erschweren die Diagnostik einer Nagel- oder Hautpilzinfektion.

Dank des neuen EUROArray Dermatomycosis ist nun ein Direktnachweis der klinisch wichtigsten Dermatophyten, Hefen und Schimmelpilze anhand ihres genetischen Materials innerhalb von nur 3 Stunden möglich.

In einem einzigen Ansatz werden 50 verschiedene Dermatophyten erfasst und hiervon gleichzeitig 23 Dermatophyten-Arten sowie 6 Hefen bzw. Schimmelpilze eindeutig identifiziert – unabhängig davon, ob es sich um schwer kultivierbare Arten, Mischinfektionen oder bereits antherapierte Dermatomykosen handelt.

Die gebrauchsfertigen Reagenzien und wenigen notwendigen Pipettierschritte garantieren einen minimalen Arbeitsaufwand. Die Auswertung und Interpretation der Ergebnisse sowie die Archivierung der Daten erfolgen automatisch und nach objektiven Kriterien mit Hilfe des EUROArrayScanners und der dazugehörigen EUROArrayScan-Software. Vertiefte molekularbiologische Kenntnisse und Erfahrungen sind somit für die Durchführung des EUROArrays nicht notwendig.

Das schnelle und eindeutige Testergebnis bildet schließlich die Grundlage für die zügige Ermittlung der Erreger und der Infektionsquelle sowie für den Beginn einer zielgerichteten, auf den Erreger abgestimmten Therapie.