Seit Jahren ist die globale Ausbreitung einer Vielzahl neuer Viren und anderer Erreger zu beobachten, die bisher weitestgehend unbekannte Erkrankungen auslösen. Zuletzt kam es vor allem in tropischen Regionen zu einer Zunahme von Epidemien vektorübertragener Infektionskrankheiten. Neben dem Dengue– und Chikungunya-Fieber ist hier vor allem das Zika-Fieber hervorzuheben, welches sich 2015/2016 in weiten Teilen des südamerikanischen Kontinents ausbreitete.

Neben den drei oben genannten Arboviren (Arthropode-borne viruses) gibt es noch eine Vielzahl weiterer Vertreter, die ebenfalls größere Infektionswellen auslösen könnten, wie z.B. das Mayaro-Virus (MAYV).

Das Mayaro-Virus

Das MAYV gehört zur Gattung Alphavirus aus der Familie Togaviridae und wird durch Stechmücken der Gattung Haemagogus auf den Menschen übertragen. Die Gruppe der Alphaviren besteht aus mehreren bekannten humanpathogenen Viren, deren prominentester Vertreter das Chikungunya-Virus ist.

Das Verbreitungsgebiet des MAYV erstreckt sich hauptsächlich auf Mittel- und Südamerika, insbesondere auf Regionen in und um das Amazonasbecken, und wurde erstmalig 1954 aus Blutproben von Waldarbeitern in Mayaro (Trinidad) isoliert. Seitdem wurden Epidemien in Brasilien und Bolivien sowie sporadische Ausbrüche u.a. in Peru, Venezuela und Französisch-Guayana beschrieben.

Eine erhöhte Wahrscheinlichkeit der Ausbreitung auf andere geografische Standorte wird auch durch die Anpassungsfähigkeit des MAYV begünstigt. Das Virus kann eine Vielzahl verschiedener Wirbeltiere infizieren, wie z.B. Beuteltiere und Primaten, die auch als MAYV-Reservoir infrage kommen.

Das durch das MAYV verursachte Mayaro-Fieber hält ungefähr 3 bis 5 Tage an und ist klinisch nicht vom Dengue- und Chikungunya-Fieber oder anderen durch Arboviren hervorgerufenen Erkrankungen zu unterscheiden. Infektionen mit dem MAYV äußern sich durch Fieber, Kopfschmerzen, Hautausschlag, Myalgie, Erbrechen, Durchfall und Arthralgie, welche über mehrere Wochen, in manchen Fällen auch über Monate, persistieren kann.

Der Anti-Mayaro-Viren-ELISA (IgG, IgM)

Um auf eine etwaige Epidemie des MAYV in tropischen Regionen vorbereitet zu sein, stehen ab sofort serologische Tests von EUROIMMUN für die Diagnostik einer Mayaro-Viren-Infektion zur Verfügung.

Der EUROIMMUN Anti-Mayaro-Viren-ELISA (IgG oder IgM; Bestell-Nr.: EI 295c-9601 G oder M) ist der erste CE-registrierte und kommerziell erhältliche Test für den Nachweis von Antikörpern gegen das MAYV. Der ELISA ist in der Lage, sowohl eine akute Mayaro-Viren-Infektion – meist wenige Tage nach Beginn der Symptome –  als auch eine bereits überstandene Erkrankung anzuzeigen. Im Gegensatz dazu können Testsysteme zum direkten Nachweis des Virus (z.B. PCR) eine Infektion nur bis ungefähr 3 bis 5 Tage nach Krankheitsbeginn feststellen – danach ist das Virus selbst nicht mehr nachweisbar. Sinnvolle Einsatzgebiete des Anti-Mayaro-Viren-ELISA (IgG oder IgM) sind die Untersuchung größerer Bevölkerungsgruppen im Fall einer Epidemie sowie von Reisenden nach ihrer Rückkehr aus den betroffenen Gebieten.