Eine der Untersuchungen, die regelmäßig bei der jährlichen Vorsorge beim Gynäkologen gemacht werden, ist der sogenannte Pap-Test. Die zytologische Untersuchung zur Krebsvorsorge ist besonders wichtig, weil Gebärmutterhalskrebs zu den häufigsten Krebsarten bei Frauen weltweit gehört. Seit einigen Jahren ist bekannt, dass Gebärmutterhalskrebs von humanen Papillomviren (HPV) verursacht wird. Das hat gänzlich neue Wege zur Diagnose und Vorbeugung dieser Tumorerkrankung eröffnet.

HPV ist nicht gleich HPV

Von HPV gibt es eine Vielzahl verschiedener Varianten, sogenannter HPV-Subtypen. Insgesamt sind etwa 30 von über 100 entdeckten HPV-Subtypen im Zusammenhang mit Veränderungen des Gewebes im Genitalbereich beschrieben.

“Nur” rund 18 HPV-Subtypen sind bei Frauen aber tatsächlich krebserregend – sie werden als Hochrisiko-HPV (High-Risk-HPV) bezeichnet. Sie können unter Umständen Gebärmutterhalskrebs auslösen.

Varianten einer zweiten Kategorie, die Niedrigrisiko-HPV (Low-Risk-HPV), können keine bösartigen Veränderungen des Gewebes, also Gebärmutterhalskrebs verursachen. Sie lösen eventuell die Bildung von Genitalwarzen aus – unangenehm, aber nicht bedrohlich.

Vom HPV zum Tumor

HPV wird vor allem beim Geschlechtsverkehr übertragen. Die meisten Menschen stecken sich im Laufe ihres Lebens mit HPV an, ohne je etwas von der Infektion zu bemerken. Das eigene Immunsystem eliminiert den Eindringling in der Regel erfolgreich. Die krebserregende Wirkung der Hochrisiko-HPV entsteht erst bei anhaltenden oder vielfachen Ansteckungen mit mehreren Hochrisiko-HPV gleichzeitig. Befällt das Virus eine menschliche Zelle, baut es sein genetisches Material in die DNA der Zelle ein. Es kommt zur Bildung viraler Proteine, die in den natürlichen Zellzyklus der Menschenzellen eingreifen können. Wenn die infizierten Zellen daraufhin beginnen, sich unkontrolliert zu teilen, kann ein bösartiger Tumor im Gewebe entstehen. Dabei liegen zwischen der Ansteckung mit HPV und dem Ausbruch des Gebärmutterhalskrebs’ mitunter Monate bis Jahrzehnte.

Die richtige Krebsvorsorge ist der beste Schutz

Regelmäßige Krebsvorsorgeuntersuchungen helfen, eine HPV-Ansteckung frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Bislang wird nur der Pap-Test standardmäßig zur jährlichen Krebsvorsorge bei Frauen in Deutschland durchgeführt. Der Test umfasst die Untersuchung eines genitalen Zellabstrichs unter dem Mikroskop, bei der der Arzt nach Veränderungen im Gewebe sucht, die auf Krebs hindeuten könnten. Er gilt jedoch aufgrund der visuellen Auswertung am Mikroskop als fehleranfällig. Da die Ursache des Gebärmutterhalskrebses mittlerweile bekannt ist, sind heutzutage aber auch modernere Tests erhältlich. Diese Tests können eine Ansteckung mit HPV anzeigen, bevor sich die Zellen verändern. Auch dafür werden nur die Hautzellen aus dem Abstrich benötigt.

Noch wird diskutiert, ob solche molekularen HPV-Tests als gängige Krebsvorsorgetests für Frauen in Deutschland eingeführt werden sollen. Viele Experten sehen in den Tests aber bereits eine Verbesserung der Krebsvorsorge.

Auch EUROIMMUN bietet schon seit einiger Zeit den EUROArray HPV an – einen molekularen HPV-Test, der nicht nur eine Ansteckung mit HPV anzeigen, sondern auch zwischen den 30 wichtigen Subtypen unterscheiden kann. Die Typisierung des Virus’ erlaubt es dem Arzt, das Krebsrisiko individuell für die Patientin abzuschätzen und entsprechend regelmäßige Kontrollen und eine angemessene Behandlung zu veranlassen, um Gebärmutterhalskrebs vorzubeugen.

HPV und Männer

Männer haben wenig zu befürchten. Selbst, wenn sie sich mit einem Hochrisiko-HPV anstecken, kommt es im schlimmsten Fall nur zu einer Genitalwarze, vor allem wenn das Immunsystem geschwächt ist. Eine Verbindung von HPV zu den sehr seltenen Krebsarten im männlichen Genitalbereich konnte bislang nicht eindeutig gezeigt werden.