Das Robert Koch-Institut meldet in dem aktuellen Epidemiologischen Bulletin Nr. 15 eine außerordentlich hohe Zahl von Hantavirus-Infektionen in Deutschland. Insgesamt 1.713 Fälle seien 2017 registriert worden – im Jahr zuvor waren es lediglich 298.

Tatsächlich schwankt die Zahl der Erkrankungen erheblich von Jahr zu Jahr. So gab es auch 2007, 2010 und 2012 derartige Ausbruchsjahre mit vergleichbaren oder gar höheren Fallzahlen. Grund für dieses Auf-und-Ab sind die Schwankungen in den Populationen der Nagetiere, die das Hantavirus auf den Menschen übertragen. Deren Populationsgrößen hängen wiederum vom jährlichen Nahrungsangebot ab.

Ansteckung mit dem Hantavirus

Je nach Land und Region treten unterschiedliche Hantavirus-Serotypen auf, die durch verschiedene Mäuse- und Rattenspezies übertragen werden. In Deutschland ist im Süden und Westen die Rötelmaus der entscheidende Quell für Infektionen. Sie überträgt den Hantavirus-Typ Puumalavirus. Im Nordosten Deutschlands hingegen kommen eher Ansteckungen mit dem Dobrava-Belgrad-Virus vor, für den die Brandmaus den wichtigsten Zwischenwirt darstellt.

Die Viren, die bei den Nagetieren persistierende, aber klinisch unauffällig verlaufende Infektionen hervorrufen, werden über deren Speichel, Kot und Urin ausgeschieden. Menschen infizieren sich hauptsächlich durch das Einatmen von Staub und Erde, die mit Ausscheidungen der infizierten Nager kontaminiert sind, beispielsweise bei der Gartenarbeit.

Symptome und Diagnostik der Hantavirus-Infektion

In den meisten Fällen werden Hantavirus-Infektionen beim Menschen klinisch nicht als solche erkannt. Die Erkrankung beginnt meist mit abrupt einsetzendem hohem Fieber, das über 3 bis 4 Tage anhält und zunächst mit unspezifischen grippeähnlichen Allgemeinsymptomen wie Kopf- und Muskelschmerzen sowie Schüttelfrost einhergeht. Anschließend kann es zu einem Versagen der Nieren- oder der Lungenfunktion kommen, welche im schlimmsten Fall zum Tode führt. Bei Infektionen mit dem Puumala- oder Dobrava-Belgrad-Virus steht die Nierenbeteiligung im Vordergrund.

Um schwere Komplikationen vermeiden zu können, ist eine zeitnahe Diagnose der Viruserkrankung erforderlich. Diese wird in der Regel anhand des klinischen Bildes und einer serologischen Untersuchung gestellt. Zum Nachweis spezifischer Anti-Hantavirus-Antikörper (IgM, IgG) bietet EUROIMMUN diverse Produkte an: ELISA, Immunblots oder Immunfluoreszenztests.